Städtische Galerie Dortmund - Torhaus Rombergpark


Zu Gast in Dortmund
Rachel Hinds I Valerie Zwart
Künstlerinnen der East Street Arts

Torhaus Rombergpark
Städtische Galerie Dortmund
09. bis 30. April 2017

Zur Eröffnung der Ausstellung am Sonntag,
9. April 2017, um 11.00 Uhr,
sind Sie und Ihre Freundinnen und
Freunde herzlich eingeladen.

Begrüßung
Burkhard Rinsche, Stadt Dortmund - Kulturbüro
Alexander Pohl, 1. Vorsitzender Dortmunder Gruppe
Einführung
Linda Richerd, Kunstvermittlung

Die Bekanntschaft und der rege Künstleraustausch zwischen der Dortmunder Gruppe und East Street Arts in Leeds (GB) begann 1999 mit einer Ausstellung anläßlich der 30-jährigen Städtepartnerschaft. Die Werkschau der Leedser Künstlerinnen Rachel Hinds and Valerie Zwart ist nun das sechste Kooperationsprojekt und wird unterstützt vom Kulturbüro Stadt Dortmund.


„Valerie is a studio holder at Patrick Studios and Rachel is a member and has worked with us on projects in 2016. We wish to show with these two artists the depth of talent within our membership [...]“ (Adam Young, Project Manager East Street Arts)


Als Organisation für Künstler liegt der Fokus von East Street Arts u. a. auf der Entwicklung und Professionalisierung ihrer Mitglieder und der Vernetzung zwischen Kreativen und Organisationen im In- und Ausland. Details unter eaststreetarts.org.uk

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Um Einblick in die Vielfalt des gegenwärtigen Kunstschaffens zu geben, werden zeitgleich zur Hinds/Zwart Ausstellung - deren Schwerpunkt auf einer malerischen Auseinandersetzung liegt - in der blam! Produzentengalerie
im Dortmunder Unionviertel Installationen von Artist Yoke (Annie Nelson/Chris Woodward) präsentiert.

Details unter

blamgalerie.de


Städtische Galerie Dortmund - Torhaus Rombergpark


Städtische Galerie Dortmund - Torhaus Rombergpark

Jutta Haug – MdEP 1994 -2004 Grußwort zur Ausstellungseröffnung

Meine sehr verehrten Künstlerinnen, sehr geehrte Damen und Herren, auch ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Guten Morgen! Und ich danke ganz herzlich für die Einladung zur Eröffnung der Ausstellung „Eis ° Wasser ° Mythen“ mit Skulpturen von Taru Mäntynen und Photographien von Erika A. Schäfer. Ich freue mich sehr, mit anderen gemeinsam die einmalige Gelegenheit zu haben, hier und heute zwei Frauen und Ihre künstlerische Arbeit zu preisen, die ich persönlich schon lange kenne und immer bewundert habe. Zudem bin ich als ehemalige Abgeordnete des Europäischen Parlaments auch ganz froh darüber, dass sowohl Erika Schäfer als auch Taru Mäntynen überzeugte Europäerinnen sind. Das verbindet uns über die Zeit hinweg. Für sie wie für mich war und ist klar: Europa ist nicht nur eine Wirtschaftsunion. Europa ist eine politische Union und zeigt sich erst wirklich in seiner kulturellen und sozialen Einheit. Kein Kontinent der Erde hat auf kleinem Raum eine derart vielfältige kulturelle Landschaft entwickelt wie Europa. Europa ist daher zu Recht stolz auf diese kulturelle Vielfalt, die sich in allen Lebensbereichen und Künsten zeigt. Diese in mehr als zweitausend Jahren gewachsene Kultur verbindet Europa auf einzigartige Weise. Auf dieser Kultur gründet auch das
gemeinsame europäische Wertesystem. Wir sollten uns also auch aktiv einsetzen – wie diese zwei Frauen es tun - den Kulturraum Europa zu stärken und mit Leben zu erfüllen. Dazu gehören die Förderung der kulturellen Vielfalt und der grenzüberschreitende Dialog. Gerade in Krisenzeiten zeigt die Kultur ihre identitäts- und gemeinschaftsstiftende Kraft. Sie ist ein wichtiges Bindemittel im europäischen Einigungsprozess. Die beiden heute hier ausstellenden Künstlerinnen haben im Laufe der letzten Jahrzehnte immer wieder für die Stärkung dieses Bindemittels gesorgt – mit deutsch-finnischen Ausstellungen, gegenseitigen künstlerischen Besuchen, Teilnahmen an europaweiten Workshops. Sie sind sozusagen europäische Vorzeigekünstlerinnen. Und sie haben sich beide in ihren aktuellen Kunstwerken der Erde, ihrem Ursprung und ihrer Bewahrung zugewandt – jede auf ihre eigene Art und Weise. (Dr. Herlemann wird gleich die künstlerische Würdigung vornehmen.) Dass sie sich aber dieses Themas „Erde – Ursprung – Bewahrung“ angenommen haben, zeigt, dass Künstlerinnen – und selbstverständlich auch Künstler – schon lange nicht mehr in einem dieser viel zitierten Elfenbeintürme hausen – trotz ihrer ungewöhnlichen Fähigkeiten. Nein, sie wollen sich mitteilen. Sie wollen gesellschaftlich wirken. Sie greifen in ihrer Arbeit Themen auf, die auch die Nicht-Künstlerinnen umtreiben. So wird die Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk auch eine Auseinandersetzung mit anderen Menschen und
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gesellschaftlichen Verhältnissen und Entwicklungen. Und das gilt sowohl für die Kunstschaffenden als auch für die Kunstbetrachtenden. Künstlerinnen wollen die Welt verändern, zumindest einen Beitrag zur Veränderung, zur Verbesserung und zur Humanisierung der Umwelt leisten. Da haben sie mich vollkommen an ihrer Seite!
Sie können diesen Beitrag aber nur dann leisten, wenn Kunst öffentlich wird, sie nicht auf den privaten Bereich beschränkt bleibt. Ausstellungen wie diese sind ein Teil öffentlicher Kunst. Auch Künstlerbünde und Künstlervereinigungen haben sich die öffentliche Kunst auf die Fahnen geschrieben. Neben dem individuellen Schaffen soll kollektives Schaffen initiiert werden, das künstlerische Wirkung um ein Vielfaches steigern kann. Gleichzeitig können Bünde oder Vereinigungen als wichtige Funktionsträger Künstlerinnen und Künstlern aus der Isolation helfen, kritische Auseinandersetzungen um künstlerische Fragen fördern und den politischen und sozialen Forderungen von Künstlerinnen und Künstlern zum Durchbruch verhelfen. Eigentlich müssten alle Künstlerinnen und Künstler –alle ohne Ausnahme - in solchen Bünden organisiert sein!
Denn schauen wir uns doch die Situation eines großen Teils der Künstlerinnen und Künstler an! Der durchschnittliche Verdienst einer Künstlerin oder eines Künstlers in Deutschland liegt weit unter dem Verdienst eines Hilfsarbeiters, von Mindestlohn kann keine Rede sein!
Man nimmt an, dass nur ein halbes bis ein Prozent der Künstlerinnen und Künstler von der Kunst wirklich leben kann.
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Viele verdienen ihren Lebensunterhalt in einem Nebenberuf. Ein großer Teil schlägt sich im wahrsten Sinne des Wortes durch, wird unterstützt von der Familie, von Eltern, Mann, Frau, Freundin oder Freund.
Und da sind wir in einem Dilemma: von der Künstlerin wird im Hinblick auf ihre gesellschaftliche Aufgabe erwartet, dass sie neue Ideen und neue Wahrheiten hervorbringt. Dies wird von der Gesellschaft vielleicht honoriert, aber über die Kunst als Ware nicht bezahlt.
Und doch ist es so: Wer heute von seiner Kunst leben will, muss sie verkaufen. Wer nicht verkauft, hat keine Chance, seinen Lebensunterhalt allein mit künstlerischer Arbeit zu verdienen. Das Verkaufenmüssen von Kunst ist ein notwendiges Übel. Es dient auch nicht unbedingt der Verbreitung von Kunst. Ein Gemälde im Wohnzimmer einer Sammlerin, die Skulptur im Garten einer Villa sind nur einem begrenzten Personenkreis zugänglich. Selbst der Ankauf durch ein Museum garantiert dem Kunstwerk noch keine breite Öffentlichkeit. Wichtiger für die öffentliche Kunst als der Verkauf ist das Zeigen von Kunst, die Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk. Also genau das, dem wir gerade beiwohnen. Hier liegt ein wesentliches Interesse der Künstlerin wie auch des Kunstpublikums. Kunstausstellungen sind kulturelle Veranstaltungen, bei denen eine künstlerische Leistung dargeboten, ein Kunstwerk der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.
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Folglich dürfen Nutzung und Verwertung von Kunst durch die Öffentlichkeit nicht auf Kosten der Künstlerin geschehen! Nein, sie muss vielmehr bezahlt werden! Und da sind wir bei einer immer noch aktuellen Forderung der gewerkschaftlich organisierten Künstlerinnen und Künstler, dem Deutschen Künstlerbund und dem Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler: der Forderung nach einem Ausstellungshonorar.
In einigen europäischen Ländern werden Ausstellungshonorare gezahlt – in Schweden, in Finnland ist das so, in einigen anderen europäischen Ländern auch. Warum tut sich Deutschland damit so schwer? Vielleicht weil in unserem föderalen System die Kunst und Kultur Ländersache ist? Dann sollten sich 15 Bundesländer das Land Berlin zum Vorbild nehmen! Seit Beginn dieses Jahres gibt es in Berlin das Ausstellungshonorar, zumindest für die Kommunalen Galerien und die der Freien Szene.
Das Ausstellungshonorar ist ein unverzichtbarer Anspruch, den jeder Künstler und jede Künstlerin hat, der oder die seine oder ihre Werke ausstellt, also zur Nutzung freigibt. Wer Leistung erbringt, soll für die Nutzung seiner Leistung honoriert werden. Dieses Prinzip gilt als bürgerliches Freiheitsrecht. Es gilt überall, wo gewirtschaftet wird. Dieses Recht gilt auch in der Kultur, in allen Künsten, in der Forschung, in Wissenschaft und Lehre. Warum sollte es nicht in der Bildenden Kunst gelten?
So oder ähnlich formuliert es der BBK, so verlangen es die anderen Künstlervereinigungen.
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Wir sollten sie – wo immer wir können – in dieser ihrer Forderung unterstützen!
Meine Damen und Herren,
ich bin sicher, Sie können sich ebenfalls hinter diese Forderung der Künstlerinnen und Künstler stellen. Wir sind doch alle daran interessiert, eine lebendige europäische Kunst- und Kulturlandschaft zu haben und zu erhalten. Und die wollen wir nicht auf dem Rücken der Künstlerinnen und Künstler modellieren, sondern gemeinsam mit Ihnen erarbeiten und bewahren – sie als Kunstschaffende und wir als Kunstbetrachtende.
Meine Damen und Herren,
mittlerweile ist es schon wieder sechs Jahre her, dass wir hier im Ruhrgebiet unter dem Titel „Kulturhauptstadt Europas“ die große Chance hatten, endlich das alte Bild von den rauchenden Schornsteinen und den rußgeschwärzten Städten aus den Köpfen der Menschen zu verdrängen und durch ein Neues zu ersetzen. Das Ruhrgebiet präsentierte sich als moderne und hochkulturelle Metropolregion, die den Vergleich mit anderen Weltstädten keinesfalls scheuen muss. „Ruhr 2010“ hat von der Landschaft zwischen Ruhr, Lippe und Emscher ein völlig neues Lebensgefühl vermittelt.
Diese Landschaft ist nicht nur ein starkes Stück Deutschland, sie ist ein bedeutender Teil Europas. Sicher, wir müssen weiter am Strukturwandel dieser Region arbeiten. Aber das Ruhrgebiet wäre längst nicht auf einem so Erfolg versprechenden Weg,
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wenn nicht in einem erheblichen Maße finanzielle Mittel der Europäischen Union in diese Region geflossen wären. Europa, genauer die Europäische Union spielte und spielt für uns unmittelbar und in unserem Alltag immer noch und immer wieder eine fördernde und fordernde Rolle. Schon deshalb muss es unser Interesse sein, dass der Zusammenhalt Europas sich vertieft. Und es kann überhaupt nicht unser Interesse sein, dass Europa wieder auseinander fällt. Meine politische Haltung ist: Weiterentwicklung ja, Rückbau nein!
Und ich bin sicher, diese Haltung wird sich nach diesem Ergebnis der Präsidentschaftswahlen in den USA nicht abschwächen, sondern verstärken. Wie sagte ich zu Beginn – „gerade in Krisenzeiten . . .“
Meine Damen und Herren, in diesem Sinne wünsche ich Ihnen, wünsche ich uns allen viel Vergnügen und Freude beim Betrachten der Werke von Taru Mäntynen und Erika Schäfer!
Glück auf!
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Städtische Galerie Dortmund - Torhaus Rombergpark

Pia Bohr, Sabine Held
Paragone - Wettstreit der Künste


25.09.2016 – 16.10.2016

Zur Eröffnung der Ausstellung am Sonntag,
25. September 2016, um 11.00 Uhr,
sind Sie, und Ihre Freundinnen und
Freunde herzlich eingeladen.
Begrüßung
durch Uta und Axel Holst (Schauspieler)

Paragone

Der Paragone ist der Wettstreit der Künste, ausgefochten vor fast 500 Jahren bis in die Jetztzeit. Welche der Künste ist Chef im Ring, welche zweite Liga?  Insbesondere die Malerei und die Bildhauerei beharkten sich; mal gewann diese, mal obsiegte jene – argumentativ unterstützt von da Vinci hier und Michelangelo dort. Wer verkörpert „die Wirklichkeit“ besser?  Ist die Malerei reiner Schein oder der Bildhauerei intellektuell überlegen, ist die Bildhauerei ein Triumph der Haptik oder staubiges Handwerk bloß?

Sabine Held (Malerin) und Pia Bohr (Holzbildhauerin), beide Mitglieder der Künstlervereinigung Dortmunder Gruppe, tragen das große VERSUS ihrer Künste nicht mit dem Knüppel, sondern mit dem Florett aus. Ihr Battle ist respektvoll, ihr Wettstreit vom olympischen Geiste beseelt. Es geht ihnen in dieser Ausstellung nicht um das Gegeneinander, sondern um das Gegenüber, um eine Reflexionsfläche, in der sich ihre jeweilige Kunst widerspiegelt.

Paragone with the wind.


Städtische Galerie Dortmund - Torhaus Rombergpark

Alexander Pohl

Bilder & Objekte

 02.08.2015 – 23.08.2015


Städtische Galerie Dortmund - Torhaus Rombergpark

„Auf nach Bilderbü!“ - Rauminstallation

 5. bis 26. Juli 2015

Wir kennen sie, die Fahrzeuge, Flugmaschinen, Schwimmkörper, die Rollwagen, Kran- und Trackerartigen, die ihre Existenz spontanen Eingebungen verdanken und die allein durch unsere Vorstellungskraft funktionieren.Sie alle kommen aus den entlegensten Winkeln, sammeln sich und bilden gemeinsam einen langen Track auf der Suche nach Bilderbü.